Architekturprogramm der Heimatschutzbewegung

Das Architekturprogramm der deutschen Heimatschutzbewegung

Der organisierte Heimatschutz besitzt für das Baugeschehen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland maßgebliche Bedeutung. Seine Architekturästhetik wird in Kaiserreich und Weimarer Republik mit öffentlichen Mitteln gefördert, der NS-Staat erhebt sie zum Staatsstil. Die funktional orientierte Nachkriegsmoderne verdrängt jedoch nach '45 die mit dem Nationalsozialismus identifizierte Ästhetik.

In den 1980er Jahren führt die Debatte über moderne und postmoderne Architektur jedoch zu Forderungen nach einer Revision der Heimatschutzarchitektur. Es entwickelt sich eine bis heute andauernde Kontroverse über die Einordnung dieser entweder als reaktionär, anti-modern oder traditionalistisch klassifizierten Architekturströmung.

In der Revisions-Debatte wird deutlich, dass sowohl das architekturtheoretische und institutionelle Profil des Heimatschutzes als auch Genealogie, Intentionen und Kontexte seines Architekturprogramms bislang nur unzureichend untersucht sind. Mit dem Forschungsvorhaben soll ein interdisziplinär verankerter Beitrag zur Schließung dieser Lücke geleistet werden.