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„Facetten eines Lebens“ – Bernhard Hermkes zum 100. Geburtstag

Übernahme der Ausstellung von der TU Cottbus WS 2003/04

Konzeption und Umsetzung der Ausstellung:
Prof. Inken Baller (BTU Cottbus)
Prof. Gisela Schmidt-Krayer (BTU Cottbus)
sowie Studierende der BTU Cottbus

Organisation der Ausstellung vor Ort:
Brigitte Kuntzsch M.A.
mit
Dr.-Ing. Kai Krauskopf
cand.arch. Martin Schwörer
cand.arch. Udo Gleim

Bernhard Hermkes zum 100. Geburtstag

Silhouette mit elegantem Schwung: Die Großmarkthalle in Hamburg, kaum mehr wahrgenommen von den Bürgern der Stadt, genauso wenig wie ihr Architekt Bernhard Hermkes, dessen Hauptwerk markante städtebauliche Akzente nicht nur in dieser Stadt setzt. Ähnliches gilt für Berlin, wo er an der Technischen Universität von 1955 bis 1969 lehrte und für die er in dieser Zeit auch „sein“ Fakultätsgebäude entwarf.

Weniger bekannt und beachtet als die um eine knappe Generation älteren und renommierteren Vertreter der klassischen Moderne, beginnt Hermkes’ berufliche Laufbahn mit dem Studium bei den großen Lehrern seiner Zeit: bei Theodor Fischer in München und Hans Poelzig in Berlin, das Diplom legt er bei Paul Bonatz in Stuttgart ab. Wesentlichen Einfluss auf sein künftiges Werk hat für den jungen Architekten seine Zeit bei Ernst May mit den ersten selbständigen Arbeiten zum „Neuen Frankfurt“, bevor er im Dritten Reich wie viele seiner Kollegen eine Nische im Industriebau findet.

Hamburg und Berlin sind nach dem Zweiten Weltkrieg seine wichtigsten Wirkungsstätten. Das Verhältnis von Gebäude zu Landschaftsraum, von Funktion zu Konstruktion und die Perfektion im Detail begleiten als Leitlinien das Lebenswerk von Bernhard Hermkes ebenso wie die soziale Verantwortung des Architekten: die Grindel-Hochhäuser und seine Beiträge zur Internationalen Gartenausstellung 1953, Großmarkthalle, Audimax und Kraftwerk Wedel in Hamburg; die Architekturfakultät und die Gestaltung des Ernst-Reuter-Platzes in Berlin, Wohnsiedlungen und Brücken, um nur einige Beispiele zu nennen, die wesentliche Merkmale seines Schaffens widerspiegeln und die auch in der Ausstellung wiederzufinden sind

Die Professorinnen Inken Baller und Gisela Schmidt-Krayer, beide Hermkes-Schülerinnen, sind für die Ausstellung mit Studierenden der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus auf Spurensuche gegangen, um das Werk des Architekten anlässlich seines 100. Geburtstages zu würdigen und über dessen Relevanz neu nachzudenken. Im Mittelpunkt der Recherchen stand Hermkes’ Nachlass, der sich an der Akademie der Künste in Berlin befindet. Der Architekt begleitete seine Projekte mit umfangreichen Foto-Dokumentationen, die in der Ausstellung eindrucksvoll sein Werk veranschaulichen.

Die Ausstellung fand vom 20.–27.10. 2003 im Gebäude des Fachbereichs statt, wobei am 22.10. 2003 im Rahmen der MittwochabendvorträgeInken Baller, Berlin/Cottbus, und Johannes Uhl, Berlin/Stuttgart, über den Architekten und Menschen Bernhard Hermkes berichteten.

Brigitte Kuntzsch